So, auf vielfachen Wunsch nun der Blogeintrag zu meinem neuen Hobby:

Dem Bier brauen!

Um es übersichtlich zu halten werden ich die Abschnitte einfach mal in Spoiler packen.

Wie kam ich überhaupt auf die verrückte Idee selbst Bier zu brauen:

Spoiler: 
Es war ein mal vor langer Zeit (einem Jahr) eine Foodistbox in der ein Craft-Bier drin lag. Ein Armasi IPA um genau zu sein.
"Zitrus und Mango". Aha, wers glaubt. Bier ist schließlich Bier... Bitter und naja...

Wers glaubt... Das Bier hat mich einfach umgehauen. Im Geruch tatsächlich pure Mango. Im Geschmack, auch wenn es erstmal extremst bitter war (60 IBU) und man das nicht gewöhnt ist, auf einmal Grapefruit, leichte Mangonote und Aromen von anderen Citrusfrüchten, aber nichts, wirklich gar nichts was irgendwie nach klassischen Bier schmeckte.

Okay schmeckt echt richtig gut. Aber sind halt Aromastoffe dazu gesetzt. Kennt man ja.
Pustekuchen Nummer 2: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe. Mehr braucht es nicht.

Das Interesse war geweckt, ich fing an mich mit der ganzen Thematik zu beschäftigen, sehr viel verschiedenes Bier zu probieren und kam immer wieder zu einer Brauart: Pale Ale bzw. dem stärkeren Vertreter, dem Indian Pale Ale oder einem Westcoast IPA.

Da die Fläschchen mit 2-3 Euro für 0,3 aber natürlich recht teuer sind und man leider auch sehr darauf hoffen muss eine frische Flasche zu erwischen (da das Hopfenaroma mit der Zeit leider abnimmt) kam ich dann auf die Idee doch selbst mal zu brauen.


Die Idee war geboren, das Kind in den Brunnen gefallen. Was braucht man nun alles?

Spoiler: 

Das kommt drauf an was man machen will.
Man kann ja erstmal mit Extraktbrauen anfangen. Dabei nimmt man (un)gehopftes Malzextrakt, quasi fertig gekochtes und geläutertes, eingekochtes Malz, und eventuell noch Hopfen. Wenn man "High Gravity", also einfach stark konzentriert arbeitet und anschließend einfach mit Wasser verdünnt, kann man damit schon gut und gerne 15-20l mit nicht viel Equipment hinbekommen.

Ich für meinen Teil bin immer ein "Ganz oder gar nicht"-Typ.

Also:
Einkochautomat (Kochtopf mit Heizung und Thermostat) mit 27l Fassungsvermögen: 70 Euro
30l Gärfass mit Hahn und Gärglocke: 35 Euro

Läuterbottich aus einem 30l Fass und mit Stahl-Panzerschlauch + T-Stück + Hahn selbst gebaut. Fass 16 Euro; Panzerschlauch etc. auch gut 15 Euro, habe allerdings für letzteres nichts bezhalt.

Lebensmittelechter Schlauch (Hab ein Silikonschlauch ausm Labor, 25 Euro für 5m, allerdings als Glasbruch deklariert ;-))

rund 50 Euro für Kleinkram wie Kaliumjodid-Lösung, Spindel + Zylinder, Thermometer, Meßbecher, Reinigungszeug, Maischepaddel (großer Kochlöffel tuts auch)

Flaschen/Keg/Partydose/Whatever, was zum abfüllen halt: Habe für die 50 Flaschen mit Bügelverschluss etwa 43 Euro bezahlt.

Für die Ausrüstung habe ich also etwa 200 Euro bezahlt.


Von der Idee zum Plan: Was solls werden?

Spoiler: 
Als erstes wusste ich, was es nicht werden soll: ein Pils. Im Sommer ohne Kühlung auch nicht braubar. ;-)
Aber was sollte es denn nun werden?
Was mit Pale Ale, also hellem Malz auf jeden Fall. Aber außergewöhnlich sollte es schon sein. "Best Red X - rotes Spezialmalz zur Herstellung roter Biere, vollmundig"- klingt doch ganz nett, das kommt mit rein.

Wie stark soll es werden? Naja, so 12° Plato, damit kommt das Bier auf etwa 4,5 bis 5,5 % Alkoholgehalt dann.

Und welcher Hopfen? Aromahopfen, definitiv. Was anderes kommt nicht rein. Aber welcher?
Tja... Eigentlich war Simcoe und Amarillo geplant.
Simcoe hat was harziges in Richtung Kiefer, Maracuja, Grapefruit. Amarillo ist sehr zitruslastig. Blumig, Zitrus, Orange.

Eigentlich. Denn die Hopfen waren beim bestellen natürlich dann ausverkauft... Und da ich keine Lust hatte bei 20 Euro Warenwert nochmal 2 * 6 Euro Versandkosten zu bezahlen musste was neues her.

Gut. Dann halt Cascade, den anderen Klassiker: Litschis, blumig, Grapefruit, Zitrus
Klingt gut. Aber das harzige vom Simcoe klingt auch ziemlich geil und viele schwärmen von den Westcoast-IPAs mit dem leicht nach Pinie gehenden Geschmack.
Deswegen noch ein anderer Amihopfen. Chinook: Grapefruit, Zitrus, Pinie

Okay, und wieviel davon nun?
Stichwort IBU. Da die wenigsten wirklich bittere Biere abkönnen und ich auch lieber was leichtes, frisch-fruchtiges wollte ging ich an die Untergrenze: 40 IBU sollen es werden.

Und wieviel CO² soll dann drin sein? Naja, leicht spritzig. Etwa wie ein Weizenbier. Also 5,5g CO² pro Liter also.

Gut. Also zusammengefasst:
Ein rotes Pale Ale. 5,0% Alkoholgehalt, spritzig mit Aroma von Zitrusfrüchten und Pinie.
Na, wer hätte da jetzt Bock drauf? :D


Und was kostet Malz, Hopfen und Hefe?

Spoiler: 
Für mein Rezept habe ich 4kg über torf geräuchertes Pale Ale-Malz und 1 kg rotes Spezialmalz verwendet. 9,04€
Dazu kommt der Hopfen. Für 2 mal 100g Chinook und Cascade habe ich 11,48€ bezahlt. Gebraucht habe ich davon etwa die Hälfte

Hefe kam 2,74 €

Angesetzt waren 20l Bier als Ziel. Damit komme ich auf etwa 1 Euro pro Liter, also 50 Cent die Flasche! Kein Vergleich zu 3 Euro pro 0,3l!


So. Also alles gekauft, ausgedacht, geplant, berechnet und in Gedanken schon wieder leer getrunken.

Alles kam nach und nach mit der Post, und letzten Mittwoch wurde es dann ernst.

Das eigentliche Brauen!

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