„Das ist jetzt die bisher teuerste Unterschrift in unserem Leben, teurer wird’s nur noch beim Standesamt!“

Es ist also soweit, readmore erhält den nächsten Bloghaus-Blog. 2.0 sozusagen.
Meine Freundin und ich haben gestern den Kaufvertrag für ein Baugrundstück im Speckgürtel von Hamburg unterschrieben und gehen damit unter die Bauherren. Doch wie kam es dazu? Springen wir ein bisschen in der Zeit:

Ende 2014: Nachdem ich die ersten Berufsjahre hinter mich gebracht habe bin ich nach Hamburg gezogen und musste mich an deutlich höhere Mieten gewöhnen. In dem Zuge habe ich den Fehler gemacht und zusammengerechnet, wie viel Geld ich bisher an Miete ausgegeben habe. In dem Moment habe ich für mich den Beschluss gefasst schnellstmöglich aus der Miete raus zu wollen. Als Dorfkind bin ich in einem Einfamilienhaus mit Keller und Garten großgeworden, eine Eigentumswohnung ist also nie über den Status eines Gedankens hinausgekommen.

Fast Forward in das Jahr 2018: Meine Freundin und ich haben schon länger überlegt, dass wir trotz günstiger Miete (Malte, ich erwarte einen Barmbronx-Flame in den Kommentaren) was Eigenes erwerben wollen. Raus aus Hamburg, raus auf’s Land.

Nachdem wir uns eine Hand voll Immobilien angeguckt haben war relativ schnell klar, dass wir wenn möglich neu bauen wollen. Wir haben uns beispielsweise ein Haus Baujahr 1960 im Heimatort meiner Freundin angesehen, 1000qm Grundstück und zwei Kirschbäume. Von außen ideal, von Innen ein Fall für Entkernung und Alles Neu. Die Summe von Kaufpreis + 6,5% Grunderwerbssteuer + Makler + 1,5% Notar & Grundbuch + 50% vom Kaufpreis für Renovierungen ist in jedem Fall zu hoch für ein Haus, welches nicht (gänzlich) unseren Vorstellungen entspricht. Solche Erlebnisse gehörten zur Regel.
Somit blieb uns der Neubau. Doch dafür braucht man ein Grundstück. Wo hernehmen?
Durch Zufall bin ich darauf aufmerksam geworden, dass ein Dorf weiter ein Neubaugebiet entsteht, wo die Grundstücke direkt über die Gemeinde vermittelt werden. Bezahlbar, ohne nutzlose Drittverdiener, mit der Möglichkeit nach unseren Vorstellungen zu bauen. Dazu eine ideale Infrastruktur mit Autobahn, Fernzug-Bahnhof im Dorf mit direkter Anbindung nach Hamburg innerhalb von 25 Minuten und dem ganzen Gedöns, welches man später für Kinder braucht. Ärzte, Kindergarten, Schule bis zum Abitur, Sportverein und Schwimmbad. Hype is real!

Im Bewerbungsformular konnte man bis zu fünf Grundstücke als Wunsch angeben. Doch dann kam Seite 3 des Bewerbungsformulars. Punktesystem zur Grundstücksvergabe. Punktesystem?

Haben Sie Kinder? Nein
Arbeiten Sie im Dorf? Nein
Wohnen Sie bereits im Dorf oder haben Sie in den letzten 10 Jahren im Dorf gewohnt? Nein
Haben Sie, oder planen Sie ein Gewerbe im Dorf? Nein
Punktezahl: 0

Großartig. Unsere Chancen entsprechen dann wohl unserer Punktezahl. Wir haben den Bewerbungsbogen trotzdem abgeschickt. Im Zweifel haben wir 70ct Porto (ssb!) versenkt.

Zwei Wochen später ein Brief im Briefkasten. „Herzlichen Glückwunsch, wir haben ein Grundstück für Sie reserviert, anbei der Entwurf des Kaufvertrages“. Wat? Geil!

Somit saß ich gestern mit meiner Freundin beim Notar und habe mit oben genannten Worten den Kaufvertrag unterschrieben. 586qm Eigentum. Großartiges Gefühl!


(ungefähr beim Bagger)

Aktuell sind wir noch in Gesprächen mit Bauträgern. Mit dem Bau haben wir allerdings gar keinen Stress, wir müssen nicht aus unserer Wohnung raus und vertraglich haben wir drei Jahre Zeit mit dem Baubeginn. Geplant ist aber, dass wir 2019 mit dem Bau beginnen. Vielleicht dann schon Weihnachten in den eigenen vier Wänden?